Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1855)
Entstehung
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bei dem Greiſe einen ſehr entſchiedenen Skepticismus hinſichtlich der Unſchuld der Liebe offenbarte.Dann iſt ſeitdem... ja, ich begreife, es iſt ſeitdem das Opfer vollbracht worden?

Sie täuſchen ſich immer, mein Vater! weder damals, noch ſeitdem.

Alſo, rief Rétif mit einer Bewunderung, welche nicht ganz von Zweifel frei war,alſo Du biſt im⸗ mer noch meine Tochter? Du biſt immer Ingénue? alſo Ihr habt Beide in Eurer muthigen Keuſchheit ausgeharrt? Beide jung, Beide blühend, Beide ver⸗ liebt!

Sodann, mit einer Rückkehr zum Zweifel, und ſeiner Tochter ſcharf in die Augen ſchauend:

Iſt es wirklich wahr, Alles, was Du mir da erzählſt?

Mein Vater, antwortete Ingénue,ich erkläre Ihnen beim Andenken meiner Mutter, daß ich nicht aufgehört habe, Ihre Tochter und die ehrlichſte Frau zu ſein, die Sie kennen.

Rétif las die Wahrheit in dieſen Augen von einem tiefen, wie das Waſſer der helvetiſchen Seen durchſichtigen Azur.

Ah! ah! ſagte der Greis, der ſichtbar zu ſei⸗ ner erſten Idee zurückkehrte,nun wohl, man muß Deine Hochzeit machen.

Wie, meine Hochzeit?

Ja, der indiscrete Cupido ſoll nicht insgeheim dieſen ſo lange bewahrten Schatz von Unſchuld und Tugend ſtehlen. Ich werde der Oberprieſter ſein, der Deine neue Verbindung einſegnet; ich werde Deinen Mann dieſen jungen Chriſtian nennen, der