Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1855)
Entstehung
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bemüht, ihr gegenüber das anzunehmen, was man

auf dem Theater eine Effectſtellung nennt.

Da begann er die vorbereitete Rede.

Eine halbe Stunde lang zählte Rétif die Hand⸗

lungen des Unrechts ſeiner Tochter auf, rühmte er Au⸗ ger, beklagte er ihn, verzieh er ihm, begriff und ent⸗ ſchuldigte er ſeine Abweſenheiten, da ihm ohne Zwei⸗ fel die unziemliche Aufführung ſeiner Frau bekannt ſei, und er ſich bei ſeinem ſanften Charakter genöthigt geſehen habe, die Tyrannei eines Edelmanns zu er⸗ tragen. Ingénue hörte mit ihrer gewöhnlichen Ruhe, als aber ihre Geduld ihr Ende erreicht hatte, nahm ſie auch das Wort, und ohne Haß, faſt ohne Belebung, wie ein höheres Weſen, das ſolche Schändlichkeiten nicht hatten berühren können, erzählte ſie Alles, ſtellte Auger an ſeinen wahren Platz und ſchmierte ihn mit ſeinen wahren Farben an.

Wir ſagen anſchmieren, weil wir erkennen, daß das Wort malen zu ſchwach für das Bild iſt, das wir zu produciren haben.

Wer war erſtaunt, wer war entrüſtet, wer äußerte ſich hierüber, wer verſprach, Klage zu führen, wer ſchwor, ſich eine Feder zu ſchneiden und Auger damit zu ermorden? Rötif.

Ingénue hielt ihn zurück. Es kannte eine beſſere

Philoſophie, das ſanfte, reizende Geſchöpf. Doch ſo ſehr die Erzählung von Ingénue Rélif

gegen Auger erbittert hatte, eben ſo ſehr hatte ſie

ihn für Chriſtian eingenommen; ein Mann der Ein⸗

bildungskraft hatte Rétif auf der Stelle aus dem

Pagen einen Romanhelden gemacht.

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gro Du län Dei wür das nach Vat an!

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