Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

58

Ruhig unter dieſen Stürmen berauſchte ſich indeſſen Réveillon nur in ſeinem Ruhme und betäubte ſich, wie es die Schmetterlinge bei ihrem Flügelſchlage thun.

Er bemerkte nicht, was alle Welt um ihn her bemerkt hatte: daß ſeine Arbeiter, während ſie ihren gewöhnlichen Lohn einſtrichen, dem Kaſſier einen grimmigen Blick zuſchleuderten; daß unter dieſen Leuten, welche durchſchnittlich zwei Livres täglich er⸗ hielten, Einige, Fanatiker der Meinung und unfähig, die Trunkenheit des Zornes in ſich zu behalten, zwei Theile aus dieſen vierzig Sous machten und ſprachen:

Woran denkt denn Herr Réveillon? will er uns mäſten? Wir brauchen nur fünfzehn Sous, ſagt er: das ſind fünfundzwanzig Sous zu viel.

Und dabei flammten die Augen, und die weißen Zähne zeigten ſich unter den bleichen Lippen.

Um dieſe Wuth fallen zu machen, brauchte Auger nur ein Wort des Lügenſtrafens darauf zu blaſen; er brauchte nur zu leugnen, daß Réveillon je der⸗ gleichen geäußert, und als guter Diener hätte er alle Geiſter zum Fabricanten zurückgeführt: das Volk von

Paris iſt aufbrauſend, im Grunde hat es aber ein

gutes Naturell; es denkt ſchnell und vergißt ſchnell. Auger hütete ſich aber wohl, etwas zu ſagen. Er nahm ein paar Tage lang alle dieſe Gerüchte mit der Gutmüthigkeit eines Arbeitsgenoſſen auf, der ſeine Genoſſen beklagt, mit der Milde des Henkers, der immer zum armen Sünder zu ſagen ſcheint, ſelbſt

während er ihm die Schaffottoillette macht:Grau⸗

ſame Richter! So daß, Dank ſei es dem Stillſchweigen von

S S e