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iſt heute der Bürger. Der Bürger wird dem Volke
die Throne untergraben, die Schränke erbrechen, die Pergamente verbrennen helfen; größer als das Volk,
wird er ſich auf die Schemel ſtellen, um die Lilien
auszukratzen und die Perlen der Kronen zu zermal⸗ men; hat er aber zerſtört, ſo wird er wieder auf⸗ bauen; die dem Adeligen genommenen Adelsſchilde wird er ſich zueignen; er wird in Wappen die Schilder ſeiner Läden verwandeln. An der Stelle der Ari⸗ ſtokratie, des Adels und des Königthums wird der Bürgerſtand emporwachſen; der Bürger wird ſich zum Ariſtokraten machen, der Bürger wird ſich zum Adeligen machen, der Bürger wird ſich zum König machen.“
„Wie ſoll man dies verhindern?“ fragte Auger.
„Das iſt ganz einfach: den Samen vernichten, der der Bürger ſein wird.“
„Das iſt aber nicht leicht!“ entgegnete Auger; „es gibt in Frankreich fünf Millionen bürgerliche
Wähler, lauter gemachte Männer oder junge Leute; ſie haben in ihrer Familie eben ſo viel Wölflein, welche ganz bereit ſind, Wölfe zu werden.. Wem
muß man die Sorge, ſie zu vernichten, anvertrauen?“
„Dem Volke!“ antwortete Marat;„dem Volke, das
ſtark genug iſt, Alles zu zermalmen, mag es nün Zeit
dazu nehmen, oder ſich mit einem Sprunge erheben; dem Volke, das geduldig ſein kann, weil es einig iſt, und das unbeſiegbar iſt, ſobald es nicht mehr ge⸗ duldig ſein will!“
„Teufel! Teufel!“ rief Auger,„wiſſen Sie, wie
man das nennt, was Sie da vorſchlagen?“
„Das nennt man den Bürgerkrieg.“


