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willen vergeſſen.“
„Wohl denn, ſo vergeſſen Sie nichts!“ rief Chri⸗ ſtian, der in eine wahre Verzweiflung gerieth;„in der That, Ingénue, Sie handeln ſogar um Ihr Lä⸗ cheln! Das iſt es alſo, was man die Tugend nennt? Das iſt alſo die Moral, die Ihr Vater Sie gelehrt hat? Was gedenken Sie mir zu beweiſen? was be⸗ weiſen Sie mir mit dieſer ſcheuen Tugend?“
„Daß ich mißtraue,“ antwortete einfach Ingénue, „und mir ſcheint, Sie müſſen mich begreifen.“
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„Allerdings.“
Der junge Mann machte eine Bewegung.
„Iſt es nicht vielmehr an mir, zu mißtrauen?“ ſagte er;„haben Sie mich nicht getäuſcht?“
„Unwillkürlich, ich weiß es; und Sie, Sie haben mich auch ein wenig getäuſcht, jedoch wiſſentlich!“
„Wann dies?“
„Als Sie ſich den Arbeiter Chriſtian nannten, ſtatt ſich den Pagen Chriſtian zu nennen.“
„Beklagen Sie ſich hierüber, Ingénue?“
„Nein,“ ſagte ſie mit einem reizenden Lächeln und zugleich mit ihren zarten Fingern die glatte, feine Hand des jungen Mannes ſtreichelnd;„doch Sie haben mich am Ende getäuſcht.. Getäuſcht alſo durch Sie!— getäuſcht durch meinen Vater, welcher mir den Unfall verborgen, der Ihnen begeg⸗ net war, der geleugnet hat, daß Sie verwundet wor⸗ den, als Herr Santerre dies in meiner Gegenwart erzählte! getäuſcht in einer guten Abſicht, ich weiß es wohl, aber immerhin getäuſcht!— getäuſcht durch
kommen, verlangen Sie, ich ſoll Alles um Ihret⸗


