Teil eines Werkes 
11.-14. Bdchn (1855)
Entstehung
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daß ſich Ingénue nicht weigern konnte, ihm die Hand zu geben, um ihn zu beruhigen.

Madame, ſagte er zu ihr,wüßte ich, daß Sie ſich als verheirathet betrachten müſſen, ſo habe ich hier an meiner Seite einen Degen, mit welchem ich das Band löſen würde, das Sie feſſelt, da Sie aber nur dürfen frei ſein wollen.. da Ihnen hundert Mittel geboten ſind...

Hundert, ſagen Sie, Chriſtian? Nennen Sie mir ein einziges, das mir erlaubt, mich vom Gatten loszuſagen, ohne den Vater zu unterrichten, den Gatten zu verlaſſen, ohne der Welt Stoff zur Nach⸗ rede zu geben, das Verbrechen dieſes Menſchen zu tilgen, ohne dieſen Menſchen zu vernichten, und dann würde ich Sie bitten, ich würde Sie anflehen, mir dieſes Mittel zu geben und es anzuwenden, wenn ich nicht die Stärke dazu hätte.

Am andern Ende der Geſellſchaft urtheilte Ingé⸗ nue gerade wie der Graf von Artvis.

Chriſtian hatte nichts zu ſagen.

Ingénue wartete einen Augenblick, daß ihr Chri⸗ ſtian antworte; als ſie aber ſah, daß er ſchwieg, ſagte ſie:

Irgend einen Bruch fordern heißt einen Scan⸗ dal fordern; fordern Sie dieſen Bruch immer noch?

Nein, erwiederte der junge Mann,ich for⸗ dere von Ihnen nur Liebe.

Liebe? ei! Sie haben ja meine ganze Liebe, antwortete ſie mit jener erſchrecklichen Naivetät, welche die kühnſten und die abgevierteſten Männer in Ver⸗ legenheit brachte.

Ah! rief Chriſtian,ja, ich glaube es, ich hoffe

noch

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N troffen.

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