Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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zwiſchen Monſeigneur dem Grafen von Artvis und Ingénue vorfiel.

In der That, wie hätte er das hören ſollen? Als erfahrener Vater, der nicht dem Zufalle der Con⸗ flicte das Glück des häuslichen Lebens überlaſſen will, hatte Rétif zwiſchen ſich und den Neuvermähl⸗ ten eine Mauer errichtet, welche dick genug, daß nichts von dem, was in einem Zimmer geſchah oder geſagt wurde, im anderen aufgefaßt werden konnte.

Man hätte, um, ſelbſt am hellen Tage, die Aufmerkſamkeit von Rétif zu erregen, mit einem Scheite an dieſe Wand klopfen müſſen, und dies thaten, wie es ſich leicht begreift, weder Ingénue, noch der Graf von Artvis.

Was den Eintritt von Chriſtian betrifft, ſo war dieſer geheimnißvoll und verſtohlen geweſen wie der eines Liebhabers; ihn erblickend war Ingénue, wie man ſich erinnert, in Ohnmacht gefallen, und der ſchwache Schrei, den ſie ausgeſtoßen, hatte nicht durch eine achtzehn Zoll dicke Mauer dringen können.

Was endlich die Erklärungen betrifft, welche am Morgen zwiſchen Ingénue und ihrem Manne ſtatt⸗ fanden, ſo waren ſie von ſo ernſter Natur, daß ſie den beiden Gatten die größte Behutſamkeit in ihren Reden, ſo lange ſie dauerten, das tiefſte Stillſchwei⸗ gen, ſobald ſie beendigt waren, geboten.

Nichtsdeſtoweniger war das Erſtannen von Rétif groß, als er, nachdem er vorläufig an der Thüre von Ingönue gehorcht und kein Geräuſch gehört hatte, bei ſeiner Tochter Morgens um neun Uhr eintrat und ſie auf, angekleidet und allein fand.

Er ſuchte zuerſt, halb als ſpaßhafter Vater, halb

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