Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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„Verkauft, wollen Sie ſagen, mein Herr.“ „Oh! Monſeigneur, Monſeigneur, Ingénue iſt entehrt.“

6„Nicht im Geringſten, mein Herr, und Sie ſind, wie mir ſcheint, im tiefſten Irrthume befangen.“

6„Eure Hoheit verzeihe, ich begreife nicht.“

„Sie werden begreifen: an dem Abend des Auf⸗ ruhrs, an demſelben Abend, wo Sie verwundet wurden, hatte ich das Glück, Mademoiſelle Ingénue allein, von ihrem Vater getrennt zu treffen; ohne daß ſie wußte, wer ich war, begleitete ich ſie nach Hauſe; ſie hatte mich alſo geſehen und kannte mich. Heute Nacht, als ſie mich wiederſah, fand ſie na⸗ türlich zwiſchen meinem Geſichte und dem ihres Mannes die glückliche Verſchiedenheit, die der Him⸗ mel darein gelegt hat. Das hätte ihr ſchmeicheln können, nicht wahr? Oh! nein, ganz im Gegentheile: ſie ſchrie, ſie erſchrak, ſie flehte, ſie warf ſich vor mir auf die Kniee. Ich ſagte Alles, was mir die Höflichkeit an Gemeinplätzen eingab: ſie blieb be⸗ harrlich; ich nahm meinen Hut und meinen Degen,

richtete ein Wort des Abſchieds gefolgt von einer

tiefen Verbeugung an ſie, und entzückt, zu ſehen, daß ich mich getäuſcht hatte, oder vielmehr, daß ich getäuſcht worden war, erreichte ich die Straße, wie Sie wiſſen, mein Herr, da Sie dort mit mir zu⸗ ſammengetroffen ſind.“

„Iſt das wirklich wahr?“ fragte Chriſtian im höchſten Maße erſtaunt,„iſt das wirklich wahr, Monſeigneur?“.

„Wie beliebt?“ verſetzte der Prinz mit dem gan⸗