Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Dir

28

geſagt hatte, und begab ſich zu Seiner Königlichen

Hoheit.

Er fand den Prinzen ganz angekleidet, ganz würdevoll; er ging in ſeinem Cabinet faſt träumeriſch, — was ſelten war,— auf und ab, als man Chri⸗ ſtian meldete.

Dieſer erſchien auf der Schwelle mit niederge⸗ ſchlagenen Augen und demüthiger Miene, aber mit entſchloſſenem Herzen.

„Treten Sie ein, mein Herr, treten Sie ein!“ rief der Prinz;„man mußte Ihnen ſagen, daß ich Sie erwarte.“

„Ja, Prinz,“ erwiederte Chriſtian,„ich weiß, daß Eure Hoheit mir dieſe Ehre zu erweiſen die Gnade hat.“

Der Prinz winkte dem Kammerdiener, der Chri⸗ ſtian eingeführt hatte, ſich zu entfernen und die Thüre zu ſchließen.

Der Kammerdiener gehorchte; der Prinz und der junge Mann blieben allein.

Der Prinz machte ſtillſchweigend noch ein paar Schritte, während Chriſtian ſtumm und unbeweglich daſtand.

„Mein Herr,“ ſagte zu ihm, plötzlich ſtillſtehend, der Prinz,„es gehen unter uns ſeltſame Dinge vor, und vor Allem, um nun von dem Briefe zu ſprechen, den ich heute Morgen von Ihnen erhalten habe, werden Sie zugeſtehen, daß er kaum denjenigen gleicht, welche man den Prinzen ſchreibt.“

„Verzeihen Sie, Monſeigneur,“ erwiederte Chri⸗ ſtian,„das rührt von Einem her: davon daß das, was