Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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wie in einer Geiſtesverwirrung vor ihrem Bette knieend.

Sie wandte ſich bei dem Geräuſche, das Chri⸗ ſtian machte, um, und dieſen ſo lange erwarteten Chriſtian erblickend, ſtieß ſie einen Schrei aus und fiel in Ohnmacht.

Es kam der Tag; er bleichte die Scheiben des Hauſes; ein in einer Ecke des Zimmers angebrach⸗ tes Fenſter ging auf den Garten der Demoiſelles Réveillon; man hörte die Vögel in dieſem Garten den kleinen Morgengeſang anſtimmen, der in keiner Hinſicht den anderen Geräuſchen des Tages gleicht.

Chriſtian, als er Ingénue fallen ſah, lief auf ſie zu, hob ſie in ſeinen Armen auf und ſuchte ſie ins Leben zurückzurufen. Plötzlich ertönte ein Tritt

im anſtoßenden Zimmer: das war der von Auger.

Er hatte den Prinzen ſich entfernen ſehen und kam ins eheliche Domicil zurück.

Ingénue ohnmächtig, Chriſtian über ſie geneigt, dieſer Menſch auf der Thürſchwelle, die erſten Strahlen eines blaſſen Tages auf dieſe Scene gleitend bildeten

ein ſeltſames Gemälde voll myſteriöſen Schreckens und kalten Entſetzens.

Chriſtian erkannte den verworfenen Menſchen, den ſchändlichen Gatten; er wußte noch nichts oder beinahe nichts, als daß Ingénue das Opfer einer ſo niederträchtigen Berechnung war.

Er nahm den Degen in die Hand.

Auger, der ſchon ein paar Schritte im Zimmer gemacht hatte, wich mit erſchrockenen Blicken umher⸗ ſchauend bis an die Thüre zurück.

Er ſuchte eine Waffe.