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Dem Verurtheilten ähnlich, den das Schaffot er⸗ wartet, hoffte ſie bis zum letzen Augenblicke.
Als ihr Vater in ihr Zimmer eintrat, hoffte ſie! als Réveillon in ihr Zimmer eintrat, hoffte ſie noch! als Auger in ihr Zimmer eintrat, hoffte ſie immer noch!
Es dünkte ihr, jeden Augenblick müſſe Chriſtian erſcheinen.
Es ſchlug zehn Uhr. Von Morgens um acht Uhr an hatten ſich die zwei Freundinnen von Ingénue dieſer bemächtigt, und ſie kleideten ſie an, wie ſie es mit einem armen Automaten gethan hätten.
Ingénue leiſtete keinen Widerſtand; Ingénue ſprach nicht ein Wort; nur floßen zwei unabläßige Thränen, wie zwei unverſiegbare Quellen, aus ihren Augen auf ihre Wangen.
Endlich mußte man hinabgehen, ſich nach der Kirche begeben.
Unter einem Spalier von Neugierigen, bei einer ſchönen Winterſonne verließ Ingénue das väterliche Haus, reiner, weißer als ein Schwan.
Ach! ſeit vierzig Tagen hatte ſie ihre Jung⸗ frauſchaft beweint, wie die Tochter von Jephta, und hätte man zu ihr in dem Augenblicke, wo ſie das Straßenpflaſter berührte, geſagt:„Was willſt Du lieber? ſterben oder die Frau von Auger werden?“ ſo würde ſie, obſchon ſie dieſen Mann nicht haßte, da ſie eine tiefe Liebe für Chriſtian hegte, geantwor⸗ tet haben:
„Ich will lieber ſterben!“
Auf dem ganzen Wege dachte ſie nur an Chri⸗ ſtian; drei oder viermal wagte ſie es, den Kopf auf⸗ zurichten und umherzuſchauen: ſie ſuchte S
Dumas, Ingénue. II.


