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als ob nach Ablauf eines Monats die Einwilligung von Ingénue keinem Zweifel mehr unterlegen wäre: das Aufgebot fand ſtatt, die Hochzeitgeſchenke wur⸗ den gekauft. Man hielt ſich bereit, auf die Gefahr, daß Ingénue nicht bereit wäre.
Réveillon war ſo enthuſiaſtiſch für Auger einge⸗ nommen, daß Auger, hätte er zehntauſend Franken nöthig gehabt, nur zu verlangen brauchte, Réveillon würde ihm ſeine Kaſſe geöffnet haben.
Am Morgen des dreißigſten Tages fand In⸗ génue, welche, wie Chriſtian, Alles, Stunden, Mi⸗ nuten, Secunden gezählt hatte,— am Morgen des dreißigſten Tages fand Ingénue, von der Meſſe, wo ſie Gott gebeten, er möge ihr Nachricht von Chriſtian geben, nach Hauſe zurückkehrend, ihr Zimmer voll von Blumen, Kleider auf allen Stühlen und auf ihrem Bette eine vollſtändige Ausſteuer.
Als ſie alle dieſe ſchönen Dinge erblickte, zerfloß
Ingénue in Thränen, denn ſie begriff, daß ſie keinen
Grund, kein Motiv, keinen Vorwand mehr hatte, Auger auszuſchlagen.
Er ſeinerſeits war ſo heiter, ſo zufrieden, ſo ſtrahlend, ſo eifrig, ſo ehrerbietig; er hatte ſo ver⸗ liebte und ſo gierige Augen, daß ſich Jedermann für die Liebe des armen Sünders intereſſirte, deſſen, durch die Beredtſamkeit des Pfarrers Bonhomme be⸗ wirkte Bekehrung großes Aufſehen im Quartier machte.
Ingénue konnte den armen jungen Mann aller⸗ dings nicht lieben, doch wahrhaſtig, ſie wäre zu un⸗ gerecht geweſen, wenn ſie ihn gehaßt hätte.
Mehr noch: aus dem Geſichtspunkte des gemei⸗ nen Lebens, des bürgerlichen Lebens hatte ſie ſo


