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Da man mit Ingénue von ihrer Heirath als von einer abgemachten Sache ſprach, ſo beſaß ſie nicht den Muth, dagegen zu ſtreiten.
Die Heirath verzögern, das war Alles, was ſie thun konnte.
Oh! wenn ihr während dieſes Verzugs ein Brief von Chriſtian zukam, wenn ſie eine Kunde von ihm erhielt, wie hätte ſie dieſe gemachte Sache wieder gelöſt!
Sollte Chriſtian lieben oder todt ſein, ſie würde kämpfen; dem Liebenden oder dem Todten wäre ſie treu.
Doch dem vergeßlichen, unbeſtändigen, meineidi⸗ gen Chriſtian ihr Verſprechen zu halten, war dies nicht eine Schande für ſie?
Sie verlangte einen Monat, um ſich zu ent⸗ ſcheiden.
Man hoffte nicht einmal ſo viel,— Reéveillon wenigſtens; er fand auch das Verlangen von In⸗ génue ganz vernünftig.
Rétif hätte gern nur vierzehn Tage bewilligt; er hatte bange, während dieſes Monats könnte Chri⸗ ſtian Mittel finden, Ingénue Nachricht von ſich zu geben.
Und er fühlte es wohl, der Romanenſchreiber, daß er nur durch das Stillſchweigen von Chriſtian ſtark war: würde dieſes Stillſchweigen gebrochen, ſo ſtürzte das ganze Gerüſte ein.
Der Monat verlief. Man hat geſehen, wie
Chriſtian geſchrieben, wie er aber kein Mittel ge⸗
funden, Ingénue ſeine Briefe zukommen zu laſſen. Während dieſes Monats ordnete man Alles an,
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