Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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Chriſtian, der nichts von dieſer Scene begriffen hatte, eine Börſe voll Gold auf den Tiſch.

Marat machte eine Bewegung, um dieſe Börſe zurückzuſtoßen; doch ein letzter Blick der Gräfin ver⸗ eiſte dieſe Bewegung, und der Wundarzt ließ ſeine Arme träge an ſeinen Seiten niederfallen.

Da nahm die Gräfin Chriſtian bei der Hand und ſagte:

„Komm, mein Sohn!“

Und ſie benützte den Augenblick, wo Chriſtian Marat zum Abſchied grüßte, um zuerſt auf die Treppe zu ſchlüpfen.

Marat öffnete ſeine Arme, als wollte er den jungen Mann darein ſchließen; doch die Gräfin er⸗ rieth ſeine Abſicht, und auf die Gefahr, ihren Sohn, der noch unſicher auf ſeinen Beinen, umzuwerfen, ergriff ſie ihn beim Arme und zog ihn mit einer Kraft an ſich, die einen Aſt ausgeriſſen hätte.

„Und nun nimm Dich in Acht, daß Du nicht fällſt,“ ſagte ſie, während ſie ſich zwiſchen Marat und den jungen Mann ſtellte.

Das war der letzte Schlag.

Außer ſich vor Zorn und Scham, ſchlug Marat die Thüre zu, die ſich geräuſchvoll hinter der Gräfin und ihrem Sohne ſchloß; dann ſtürzte er auf die Börſe los, zerriß ſie und ſtreute das Gold, Tiſche, Stühle und Bett mit dieſem koſtbaren Metalle peit⸗ ſchend, im ganzen Zimmer umher.

Zum Glücke hatte er eine gute und ſorgfältige Haushälterin, welche Alles bis auf den letzten dop⸗ pelten Louis d'or aufhob.