232 haben mich nicht in Unwiſſenheit hierüber gelaſſen. Legt mir dieſer Name irgend eine Verbindlichkeit auf, der ich mich zu entziehen ſuche? Ich gebe Ihnen die Verſicherung, daß dies ſehr wider meinen Willen geſchähe, Herr Marat.“
Verblüfft und geſchlagen durch dieſe Dreiſtigkeit, blieb Marat ſtumm.
Doch das war noch nicht genug: die unverſöhn⸗ liche Gräfin verfolgte ihn mit ihrem Blicke, bis er den ſeinigen ſenkte,— geblendet durch das unbarm⸗ herzige Strahlen dieſer Augen, welche wie zwei Fackeln flammten.
„Mein Sohn und ich,“ fuhr die Gräfin fort, „wir verlaſſen alſo Ihre Wohnung, die Sie uns ſo dienſtfertig geliehen haben, und ich bitte Sie, jede
Störung, die wir Ihnen verurſacht, zu entſchuldigen,
mein Herr.“ Sodann fügte ſie mit jener unmerklichen Reizung, welche Marat vollends aus dem Sattel hob, bei: „Glauben Sie mir, mein Herr, wäre das Leben meines Sohnes nicht durch die geringſte Bewegung gefährdet geweſen, ſo würde ich ihn, auf die Gefahr,
Ihnen zu mißfallen, nicht eine Secunde bei Ihnen
gelaſſen haben.“
Dieſe außerordentliche Höflichkeit konnte auch eine außerordentliche Unhöflichkeit ſein; begriff es Ma⸗ rat ſo?
Ja, denn ſeine dünnen Lippen erbleichten; ja, denn ſein gelbes Auge verſchwand unter ſeinen Brauen rollend, und ein nervöſes Zittern des Zornes ſchüt⸗ telte ſeine rachitiſchen Glieder.
Die Gräfin legte nun vor den Augen von
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