Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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Nun wohl, Herr, ich arbeite hier für Made⸗ moiſelle Ingénue.

Für mich? rief das Mädchen.

Warte doch, verſetzte Rétif,Du wird ſehen!

Und wenn ich mir die Hände an den Dornen verwunde, fuhr er fort,wenn ich die Erde mit meinem Schweiße beſprenge, ſo ſage ich mir: Das iſt noch zu wenig, Auger! Du biſt Dein Blut, Du biſt Dein Leben dieſer Demviſelle ſchuldig! und kommt die glückliche Stunde, das eine zu ver⸗ gießen und das andere zu opfern, ſo wird man ſehen, ob es Auger an Herz und Gedächtniß fehlt.

Er hat das geſagt? fragte Ingénue ein we⸗ nig erröthend.

Noch Beſſeres! er hat noch Beſſeres geſagt, meine Tochter.

Ingénue ſenkte den Kopf und faltete leicht die Stirne.

Kurz, ſprach Rétif,das iſt ein reizender Junge, und Röveillon hat ihn ſchon belohnt.

Ah! wodurch?

Auger, wie ich es vorhergeſehen, war nicht dazu gemacht, ein einfacher Arbeiter zu bleiben: er ſchreibt merkwürdig ſchön und rechnet wie ein Ma⸗ thematiker; und dann bemerkte Réveillon, oder vielmehr Mademoiſelle Réveillon, daß er ſehr reine Hände hatte, welche durchaus nicht gut zum Verrichten grober Arbeiten; ſo daß er ihn aus ſei⸗ nen Werkſtätten nahm und in ſeine Bureaux als Aus⸗ fertiger ſetzte. Das iſt ein hübſcher Platz; zwölf⸗ hundert Franken und die Koſt im Hauſe.