186
den Proviant am Morgen zu holen; man ſah ſie wieder im Quartier, man machte ihr Complimente über ihre Unſchuld, und es gibt nichts, was die jungen Mädchen ſo abſcheulich ärgert, als ein ſolches Compliment, beſonders wenn dieſe Mädchen wirklich unſchuldig ſind.
Und Ingénue, man muß es geſtehen, ging in einer doppelten Abſicht aus; einmal in der von uns genannten, und das war die offene Abſicht, und dann in einer anderen für ſie noch viel intereſſanteren,— in der Abſicht, Chriſtian zu begegnen.
Ach! das geſchah nicht, und wir wiſſen wohl,
es war unmöglich, daß ſie ihm begegnete; doch ſie wußte es nicht.
Nichtzu ihrzurückgeführt, ſondern wiedergegeben der Hoffnung durch die Raiſonnements, die ſie ſich ſelbſt in der Stille der Nacht gemacht, ging Ingénue jeden Tag aus, indem ſie ſich ſagte:„Es wird vielleicht heute ſein,“ und jeden Tag kam ſie niedergeſchlagener als am Tage vorher zurück.
Nur blieb ihr ein großer Zweifel: was ſie von einem verwundeten Pagen des Grafen von Artvis gehört hatte, erklärte ſo gut die Abweſenheit von Chriſtian zu Gunſten der Liebe und ſogar der Eitel⸗ keit von Ingénue, daß ſie, ſo oft ſie, in ihrer Hoff⸗ nung getäuſcht, wieder über die Thürſchwelle ſchritt, ohne Chriſtian geſehen zu haben, ſich ſagte:„Ach! von ihm ſprach Herr Santerre, und ſicherlich iſt er verwundet, ſterbend, todt vielleicht! darum kommt er nicht!“
Und nachdem ſie über ſeine Untreue geweint hatte, beweinte ſie ſeinen Tod mit ſo ſchweren Thrä⸗
nen, des! die: Urſa
(
Grè von
wun zähl la 2 ſeine es ſ dern wun
fall, ände des
dem war ſie von war hatt halt die
Chr des
kam wen


