Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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„Ich finde Sie ausſchließend, meine Mutter.“

„Nothwendig!. Hältſt Du es für möglich, daß man liebt, während man ſich einen Vorwurf zu machen hat?“ 3

„Und ſetzen Sie unter die Zahl dieſer Unmög⸗ lichkeiten die Ungleichheit des Standes, meine Mut⸗ ter?“ ſagte Chriſtian, indem er eine Anſtrengung gegen ſich ſelbſt unternahm, um dieſe Frage zu wagen.

„Ah! vor Allem.“

Chriſtian machte eine Bewegung, welche noch bezeichnender war als die erſte.

„Du willſt ſagen,“ fuhr die Gräfin fort,„ich huldige den alten Vorurtheilen, den Vorurtheilen meiner Kaſte; ja, gewiß, und das iſt kein Unrecht. Wie erhält man die ſchönen, guten Racen von Pfer⸗ den unſeres Landes, die edlen Familien trefflicher Hunde, welche unſere Wölfe und unſere Bären nie⸗ derwerfen, die reichen Gattungen von Vögeln, welche bis zum Tode ſingen? Dadurch, daß man ängſtlich dafür beſorgt iſt, die edlen Racen nicht mit den ge meinen zu kreuzen.“

„Meine Mutter,“ entgegnete Chriſtian,„8 ſprechen da nur von Thieren, und Sie rechnen folg⸗ lich ohne den Verſtand, den Gott ihnen verweigert hat und uns gibt; Sie rechnen beſonders ohne die Seele, welche von guter Race in einem plebejiſchen Körper ſein kann.“

„Eine Ausnahme, auf die ich es, wie Du leicht begreifſt, nicht will ankommen laſſen,“ erwiederte die ſtolze Gräfin.„Höre, Chriſtian, ich hatte eine be⸗ wunderungswürdige Stute,— Du weißt die, welcht

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