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„Alſo, meine Mutter,“ ſagte Chriſtian mit einem traurigen Lächeln,„Sie glauben, das ſei der einzige?“ „Ich nehme wenigſtens keinen andern an.“
„Ich bitte, meine Mutter, würden Sie wohl die Güte haben, mir das zu erklären?“
„Vor Allem, ermüde Dich nicht, Chriſtian, und verändere Deine Lage nicht, wenn es möglich iſt.“
„Ich höre.“
„Gehen wir alſo von einem Grundſatze aus...“ ſagte die Gräfin.
„Und dieſer Grundſatz?“ fragte Chriſtian.
„Iſt, daß man nur ſeiner würdige Leute liebt.“
„Meine Mutter,“ fragte kalt der junge Mann, „was verſtehen Sie unter unſerer würdigen Leuten?“
„Ich verſtehe, mein Sohn, daß wir auf eine ge⸗ wiſſe Art geboren, auf eine gewiſſe Art erzogen ſind; daß wir endlich auf eine gewiſſe Art leben, welche nicht die von Jedermann iſt. Gibſt Du das zu, Chriſtian?“
„Das iſt wahr, meine Mutter... wenigſtens beziehungsweiſe.“
Der junge Mann ſprach dieſe letzten Worte ſo leiſe aus, daß ſeine Mutter ſie nicht hörte.
„Sind wir nun ſo,“ fuhr die Gräfin fort,„ſo haben wir das Recht, dieſelben Bedingungen bei den Leuten zu fordern, die uns lieben.. Ich ſage nicht, verſtehſt Du wohl? bei den Leuten, die wir lieben, denn ich nehme nicht an, daß man liebt, hat man ſich gegenüber nicht das abſolute Recht, zu lieben.“
Chriſtian machte eine Bewegung in ſeinem Bette.
„Biſt Du nicht meiner Anſicht, mein Sohn?“ fragte die Gräfin.


