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Nun ergriff das Uebel des jungen Mannes bald die Mutter ſelbſt; ſie litt an dem Leiden ihres Soh⸗ nes, und da ſie ſah, daß ſich das Uebel jeden Tag verſchlimmerte, und daß es ihr an Mitteln fehlte, daſſelbe zu bekämpfen, ſo fing ſie an zu verzweifeln.
Dieſes eiſerne Herz,— wir glauben es ſo ge⸗ nau geſchildert zu haben, daß wir hier nicht in neue Einzelheiten einzugehen brauchen,— dieſes eiſerne Herz, ſagen wir, wurde allmälig weich; vor dem Bette knieend, wo Chriſtian lag, hoffte die Mutter auf ein Lächeln, flehte ſie Stunden lang um ein Lächeln, das nicht kam, oder traurig wie ein Schluch⸗ zen, gezwungen wie ein Almoſen kam.
Und dieſer Mann, dieſer ſo tief gehaßte und, was mehr iſt, ſo tief von ihr verachtete Mann wurde mit Bangigkeit erwartet; und wenn ſich ſeine Abweſenheiten verlängerten, erkundigte ſie ſich bei Jedem nach dem wahrſcheinlichen Augenblicke ſeiner Rückkehr; denn ſie fühlte wohl, daß, wenn irgend Jemand ihr Kind mit einem dem ihrigen faſt glei⸗ chen Eifer pflegte, er es war.
Sie lauerte alſo auf die Ankunft von Marat, und ſobald ſie ſeinen Tritt oder ſeine Stimme hörte, öffnete ſie die Thüre, ging ſie ihm entgegen, und trotz ihres tiefen Widerwillens, ihn anzureden, be⸗ ſtürmte ſie ihn mit Fragen, bat ſie ihn, flehte ſie ihn an, das Werk der Natur zu beſchleunigen.
Marat fühlte jedoch, das eiſige Herz der Frau würde nie an der glühenden Liebe der Mutter ſchmel⸗ zen; er begriff, wenn ſie ihn hätte tödten können, unter der Bedingung, jeder vergoſſene Blutstropfen werde ein Atom Geſundheit ihrem Sohne wiederge⸗


