Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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XXXVI. Bei Marat.

Und nun, nachdem wir Marat bis zu ſeinem Freunde Danton begleitet haben, kehren wir zu Chri⸗ ſtian zurück, den wir auf ſeinem Schmerzensbette verlaſſen, und der noch mehr durch die Qua⸗ F des Geiſtes, als durch die Wunde des Körpers eidet.

Seine Mutter, welche, wie wir geſehen, auf die Nachricht von dem Unfalle, der ihm begegnet, her⸗ beigeeilt war, ſaß an ſeinem Bette und ſuchte über ihn mit der zarteſten Fürſorge ihre liebreichſten Worte auszugießen; doch der junge Mann, ſtatt auf die mütterlichen Tröſtungen zu hören, ſtatt ſich durch den Ausdruck dieſer bezaubernden Güte, deren Ge⸗ heimniß die Frau allein hat, wiegen zu laſſen, rich⸗ tete ſeine Gedanken anderswohin und faltete die Stirne bei der Erinnerung an ſeine ſo ungeſchlacht unterbrochene Liebe.

Seine Mutter, eine Frau von ſtrengem Herzen und bleichem Geſichte, brauchte ein paar Tage, um einzuſehen, daß in dieſem kranken jungen Manne ein Geheimniß war, eine zweite Wunde gefähr⸗ licher als die erſte.

Als ſie ihn ſchweigſam und voller plötzlicher

Schauer ſah, ſchrieb ſie das Stillſchweigen und die

Bangigkeiten von Chriſtian dem phyſiſchen Schmerze

zu, gegen den er ſich ſträube, und den ſein ganzer

Muth nicht zu bewältigen vermöge.