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ſage: Ich glaube Alles, was Sie mich wollen glau⸗ ben machen.“
„Und dies beweiſt,“ murmelte Marat, wie mit ſich ſelbſt ſprechend,„dies beweiſt, wie kleinmüthig und einfältig, wie wahnſinnig und dumm derjenige
iſt, welcher die Dämme ſeines Herzens öffnet, um
ihn ins Vage laufen zu laſſen, um ihn fruchtlos von einem durſtigen, dürren Sande, von einem un⸗ dankbaren, geizigen Sande trinken zu laſſen, den Strom der Frinnerungen ſeines Lebens. Ich bin ein Feiger geweſen, daß ich meinen Schmerz nicht bei mir zu behalten gewußt habe; ein Dummkopf, daß ich einen Augenblick an Sie als an einen Mann von Gemüth geglaubt habe; ein Wahnſinniger, ein Thier, daß ich mein Geheimniß aus Eitelkeit preis⸗ gegeben, ja, aus Gitelkeit! und ich bin Alles dies geweſen, weil mir mein lächerliches Vertrauen nicht einmal den Glauben von Danton einträgt.“
„Ah! ah! Marat!“ rief der Coloß, indem er ſeinen Gefährten an dem Arme ſchüttelte, den er unter dem ſeinigen feſthielt,„ärgern wir uns nicht; ich habe feierliche Abbitte gethan: was Teufels wol⸗ len Sie mehr?“
„Nun, wenn Sie nicht glauben konnten, daß ich einſt ſchön geweſen, werden Sie wenigſtens glauben, daß ſie ſchön geweſen iſt?“
„Oh! ja, ja, ſie muß wunderbar ſchön geweſen ſein! ich glaube Ihnen, und ich beklage Sie.“
„Ah! ich danke,“ erwiederte ironiſch der Zwerg, der wieder boshaft geworden;„meinen Dank!“
„Doch ſagen Sie...“ rief Danton, plötzlich von
einer neuen Idee betroffen.
mit


