Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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Dieſer Seufzer beunruhigte den Pfarrer ſehr.

Er war bei mir, der Unglückliche! fuhr der Pfarrer fort,als Sie mir die erfreuliche Nachricht zuſandten, und er bat mich inſtändig, ich möge ihm erlauben, mich zu begleiten.

Teufel! Teufel! Herr Pfarrer! ſagte Rétif verlegen.

Bewilligen Sie ihm dieſe letzte Gunſt, mein Freund... Haben Sie nicht verziehen?

Allerdings habe ich verziehen... Doch Sie müßten einſehen, Herr Pfarrer...

Sollten Sie dieſe Verzeihung gewährend gei⸗ ſtige Vorbehalte gemacht haben?

Nein, gewiß nicht; doch...

Ueberwinden Sie dieſe Schwäche, ſeien Sie mildherzig bis zum Ende, hegen Sie keinen Groll, der die Verzeihung überlebt und ihre Wirkungen vernichtet.

Rétif wandte ſich gegen ſeine Tochter um.

Ingénue ſchlug, unempfindlich und unerforſchlich, die Augen nieder.

Hingeriſſen durch die feurige Bitte des Pfarrers, hatte der Schriftſteller noch nicht ja geſagt, da öffnete ſchon der vortreffliche Prieſter die Thüre und ge⸗ währte Eingang einem Menſchen, der, in großer Verwirrung, ſich Rétif und Ingénue, Ströme von Thränen vergießend, zu Füßen warf.

Der Pfarrer fing auch an zu weinen: Rétif fühlte ſich bewegt, und Ingénue empfand einen Schmerz ähnlich dem, welchen ihr eine kalte, ſcharfe Klinge ihr Herz durchbohrend bereitet hätte.

Dieſer Schmerz überſetzte ſich durch einen Schrei,