Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

128

über ihn mit ſeiner Tochter und bemerkte, er ſchmeichle ſich, ihn lebend in ſeine Zeitgenoſſen bringen zu können, indem er ſeinen Namen durch ein geiſtreiches Anagramm umdrehen würde.

Kaum nach Hauſe zurückgekehrt, ſchrieb Rétif ein

Wort an den Pfarrer, um ihn vom Erfolge ſeiner Geſandtſchaft zu unterrichten. Der würdige Prieſter eilte ſogleich herbei; er fand den Vater und die Tochter bei Tiſche, vor einem der volksthümlichen Mahle, welche allen guten Magen Appetit machen.

Ingénue hatte, nicht ohne Mitwirkung von Rétif, eine Platte abgeſottenen Kohl bereitet, und dieſer war freigebig vom Garkoch der Rue des Bernardins mit Bratwürſten, dünnen Speckſchnitten und ſchmack⸗ haftem friſchem Pökelfleiſch farcirt worden.

Ein Schoppen Wein in einer Flaſche, Waſſer in einem Blumentopfe von Faience, eine Suppe aus dem Pöckelfleiſch und dem Kohl gezogen, die Hälfte von einem achtpfündigen Brode, weiß und porös unter ſeiner goldenen Kruſte, Obſt zart auf Wein⸗ plätter in einem Weidenkorbe gelegt: das war das Mahl, dem ſeine Gemeinheit nichts von ſeiner Vor⸗ trefflichkeit benahm.

Sie hatten ſich eben die Suppe in ihre Faience⸗

teller verziert mit Blumen ähnlich denen des Waſſer⸗

topfes geſchöpft, als ſie Tritte auf der Treppe hör⸗ ten, als ſie das Zimmer öffnen ſahen und der Pfar⸗ rer Bonhomme erſchien.

Er trat mit ſeinem guten, heiteren, freundlichen Geſichte ein und grüßte Ingénue, die ihm einen Sitz anbot.

Seine Hand drückte ſchon die Hand von Rötif.