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vence!“ entgegnete haſtig Rétif, in ſeinen Worten einen von ſeiner Tochter ausgeſtoßenen Schrei er⸗ ſtickend.
„Man hat mir geſagt von Artois,“ wiederholte Santerre.
„Man hat mir verſichert von Provence,“ ſagte Rétif mit einer großen Anſtrengung des Muthes, die er aus der Bläſſe von Ingénue ſchöpfte, welche athemlos an den Lippen der zwei Redenden hing und gleichſam bereit war, in Ohnmacht zu fallen oder wiederaufzuleben, je nachdem der Eine oder der Andere mehr Recht zu haben ſchien.
„Artois oder Provence, gleichviel!“ rief endlich Santerre;„immerhin bleibt gewiß, daß dieſer junge Page ein wenig Ariſtokrat iſt.“
„Bah! bah! bah!“ ſprach Réveillon.„Rétif ſagt Provence, Santerre ſagt Artois, Sie ſehen wohl, daß man ſich nicht verſtändigt... Iſt es denn ge⸗ wiß, daß es ein Page war?“
„Ei! gerade das iſt es! Darüber iſt man nicht einmal ſicher,“ bemerkte Rétif, ganz wiedergeſtärkt durch die unerwartete Hülfe, die ihm zukam.
„Ho! ho!“ rief Santerre,„halt! halt! meine Herren! es iſt ein Page und ganz gewiß ein Page.“
„Gut! woher wiſſen Sie das?“ fragte Réveillon.
„Ja, woher wiſſen Sie das?“ wiederholte Rétif,
ſich an alle Aeſte anklammernd. „Oh! ich weiß das auf eine ganz einfache Art: mein Freund Marat behandelt ihn; man hat ihn nach dem Marſtalle von Artvis zurückgebracht, und Marat, der höchſt menſchenfreundlich iſt, hat ihm ſo⸗ gar ſein Zimmer abgetreten.“
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