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ſeinem Cabinet geſagt worden, gehört hatte, grüßte mittlerweile Ingénue mit einer verlegenen Miene.
„Sie haben uns gehört?“ fragte Santerre, als ein Mann überzeugt, eine gute Sache vertheidigend, könne er vor Allen wiederholen, was er unter vier Augen geſagt hatte.
„Ei! Sie ſprachen laut genug, Herr Santerre,“ erwiederte die jüngere von den Töchtern von Ré⸗ veillon.
„Das iſt wahr,“ verſetzte Santerre mit ſeiner plumpen Stimme und ſeinem plumpen Gelächter, denn er hatte ſchon wieder alle Erbitterung des Streites verloren;„dieſer Teufels⸗Réveillon iſt noch bei Heinrich W.; er billigt Alles, was die Re⸗ gierung thut, und erwartet jeden Morgen das Huhn im Topfe.“
„Es iſt nicht zu leugnen,“ ſprach Rétif, der ganz darnach ſtrebte, ſich vom erſten Augenblicke an mit dem Bierbrauer, einer Perſon von notoriſchem Einfluſſe, mit der er überdies nach ſeinen Meinun⸗ gen ſympathiſirte, zu einigen,„es iſt nicht zu leug⸗ nen, daß es an jenem Abend bei der Statue von Seiner Majeſtät König Heinrich W. heiß zuging.“
„Ahl ah! Sie waren dort, Herr Rétif?“ fragte
Santerre.
„Ach! ja, Ingénue und ich... Nicht wahr, Ingénue?... Wir wären ſogar beinahe dort ge⸗ blieben.“
„Nun,“ ſprach der Bierbrauer,„Sie hören, mein
lieber Réveillon, Herr Rétif war mit ſeiner Tochter
dort.“ „Was dann?“


