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Es war nicht mehr Herr Auger, es war nicht mehr der Herr Graf von Artvis, der ihm ſeine Toch⸗ ter hatte nehmen wollen: es war die Ariſtokratie.
Nachdem aber die Sache beim Vater gewonnen und plaidirt war, brauchte man einen Schluß.
Dieſer Schluß war die Verzeihung.
„Verzeihen Sie! verzeihen Sie!“ ſagte der gute
Pfarrer, welcher erzählte, das Leben von Auger
ſchwebe am Faden dieſer Verzeihung.
„Ich verzeihe!“ ſprach Rétif majeſtätiſch.
Der Pfarrer gab einen Freudenſchrei von ſich.
„Nun laſſen Sie uns zu Ingénue gehen und ihr die Sache mittheilen,“ fügte Röétif bei:„die Reue iſt ein gutes Beiſpiel für die Jugend. Ein Mädchen, wenn es das Verbrechen entweder beſtraft oder be⸗ reut ſieht, macht ſich keinen ſchlechten Begriff von der göttlichen Gerechtigkeit.“
„Ich liebe dieſen Gedanken,“ ſagte der Pfarrer.
Man ging zu Ingénue. Wie Schweſter Anna ſtand Ingénue am Fenſter, und wie Schweſter Anna ſah ſie nichts kommen.
Rétif berührte Ingénue bei der Schulter; ſie wandte ſich ſchauernd um. Als ſie ihren Vater und den Pfarrer ſah, lächelte ſie ſodann dem Einen trau⸗ rig zu, machte dem Andern eine Verneigung und ſetzte ſich wieder an ihren gewöhnlichen Platz.
Rétif erzählte Ingénue die Reue und die Tugen⸗ den von Auger.
Ingénue hörte ohne Theilnahme.
Es lag ihr wenig daran, ob Herr Auger ein red⸗ licher oder ein unredlicher Mann war. Ach! ſie würde
viel gegeben haben, hätte Chriſtian eine Anzahl


