102
Bonhomme mit einer geheimnißvollen Miene von Rétif eine Unterredung unter vier Augen verlangte.
Dieſer ließ ihn nichtsdeſtoweniger in ſein Zim⸗ mer eintreten, das zugleich ſein Arbeitscabinet und ſeine Druckerei war; während er aber den Pfarrer vor ſich gehen ließ, warf er ſeiner Tochter, welche im erſten Zimmer geblieben war, einen Seitenblick zu, der beſagen wollte:„Sei ruhig: unſer Nachbar der Pfarrer der Kirche Saint⸗Nicolas⸗du⸗Chardonnet wird finden, mit wem er ſpricht.“
Reétif bot dem Pfarrer Bonhomme ein Fauteuil an und ſetzte ſich zu ihm, doch Beide,— und das iſt leicht zu errathen,— begannen das Geſpräch durch eine gewiſſe Antipathie in der Entfernung von einander gehalten.
Nach den erſten Worten jedoch verſtanden ſich der patriotiſche Pfarrer und der philoſophiſche Ro⸗ manendichter: Beide, obgleich auf ſehr verſchiedenen Wegen gehend, ſtrebten nach einem und demſelben Zieke hin. Schüttelt der Herbſtwind die Bäume eines Waldes, ſo ſieht man mit einander und in demſelben Wirbel die Blätter der Eiche und des Maulbeerfeigenbaumes, der Platane und der Buche rollen.
Man war aber im Herbſte, beinahe im Winter des achtzehnten Jahrhunderts, und der Wind der Revolution fing an ſcharf zu wehen.
Wir bedauern, nicht in der unmerklichen An⸗ näherung, die er zwiſchen dieſen zwei Männern be⸗ werkſtelligte, jeden Satz der intereſſanten Unterre⸗ dung wiederholen zu können; man würde hierin ſehen,
mit welcher vollkommenen Herzensgüte der würdige


