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„Wie! Rötif de la Bretonne, der Romangnſchrei⸗
ber, der Tagblattſchmierer?“ 6 „Mein Gott, ja, mein Vater,“ antwortete Auger. „Der Verfaſſer des Pornographe, der Paysanne
pervertie, dieſer gefährlichen Bücher...2 „Ganz richtig.“
„Ah! ah!“ machte der Prieſter.
Dieſe ah! ahl hörend und zu ihrem richtigen Werthe ſchätzend, bemerkte Auger, wie viel der Name der Opfer ihrer Sache an Intereſſe in den Augen des guten Pfarrers benommen hatte.
„Und dennoch,“ murmelte der Pfarrer, wie ge⸗
nöthigt, Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen, wem ſie gebührte,„er hat muthig widerſtanden! ich hätte es, bei meiner Treue, nicht geglaubt, da ich geſehen, welche Moral er in ſeinen Romanen bekennt.“
„Nun wohl, ja,“ erwiederte Auger,„das iſt un⸗ glaublich, und dennoch muß ich es glauben; die Tochter iſt ein Muſter von Reinheit, der Vater ein Typus von Ehre; die Achtung dieſer wackern Leute iſt mir noch unentbehrlicher als das Leben, Herr Pfarrer... Ja, ohne ihre Achtung kann ich mich offenbar nicht entſchließen, zu leben.“
Und immer weicher werdend, fing Auger an heiße Thränen zu weinen.
Der Pfarrer ſchaute ihn mit einer verlegenen Miene an, welche beſagen wollte:„Was Teufels kann ich hiebei thun?“
„Mein Gott!“ rief Auger,„gibt es denn kein Mittel, meinen Frieden mit dieſen braven Leuten zu unter⸗ handeln, und werde ich mit ihrem Grolle beladen
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