9⁴
Fahren Sie fort zu bereuen, und darum fahren Sie auch fort zu leben. Die Reue mehrerer Jahre tilgt in den Augen Gottes die Schuld eines Tages.“
„Hoffen Sie das, mein Vater?“
„Ja, ja, mein Sohn! und nicht von Ihnen wird man die größte Rechenſchaft über das, was vorge⸗ fallen iſt, fordern, ſondern vom Anſtifter, vom Prin⸗ zen. Glauben Sie alſo mir, Ihr Gewiſſen darf höchſtens mit einem Drittel des Verbrechens be⸗ laſtet ſein.“
Durch dieſen bewunderungswürdigen Vorſchlag,
der die ſchwerſte Laſt von ſeinem Gewiſſen nahm,
gelang es dem Pfarrer Bonhomme, die Augen von Auger zu trocknen.
Doch er täuſchte ſich, wenn er am Ende zu ſein glaubte, und Auger hatte noch nicht ſeine ganze Komödie geſpielt.
Dieſer rief auch, zu ſeinem Ausgangspunkte zurück⸗ kehrend, und als ob nichts vorgefallen wäre:
„Nein, ganz entſchieden, Herr Pfarrer,— je mehr ich darüber nachdenke, deſto mehr ſehe ich, es iſt unmöglich, daß ich fortlebe.“
„Und warum, mein Gott?“ rief der Pfarrer, der nicht die Kraft in ſich fühlte, den Kampf wieder⸗ zubeginnen.
„Oh! es kommt mir ein Gedanke, ein ſchrecklicher, gräßlicher Gedanke, der mir fortan weder bei Tage, noch bei Nacht Ruhe laſſen wird.“
„Was für ein Gedanke iſt denn das? Laſſen Sie hören.“
„Quitt gegen Gott, oder beinahe quitt durch die Büßung meines Verbrechens, konnte ich mich


