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hatte ihn überdies das den reinen Menſchen, welche ſich in Gegenwart eines großen Verbrechers finden, na⸗
türliche Entſetzen ergriffen: er zitterte zugleich vor
Angſt und vor Mitleid.
„Sie haben den Vater ermordet? Ah! ah!“ mur⸗ melte er.
„Oh! nein, Gott ſei Dank!“ erwiederte Auger ruhiger;„ich habe nicht gemordet!“
„Alſo iſt es Ihr Freund, der gemordet hat?“
„Er auch nicht; im Gegentheile.“
„Der Vater iſt aber doch das Opfer dieſes Hin⸗ terhaltes geworden?“
„Nein, nicht der Vater.“
„Wer alſo denn? Erklären Sie ſich.“
„Mein Freund, Herr Pfarrer! mein Freund, den ich angeworben hatte, um mich bei dieſem unglück⸗ lichen Verſuche zu unterſtützen.“
„Ah!“ ſagte der Prieſter, wie um eine große Laſt erleichtert,„ah! nicht der arme Vater iſt ge⸗ tödtet worden?... Ah! das iſt ein bedeutender Unterſchied: das Leben dieſes unſchuldigen Mannes wäre von ſehr großem Gewichte unter den Inzichten geweſen, die ſich gegen Sie vor dem Gerichte Gottes erheben werden. Doch erklären Sie mir, denn, wahr⸗ haftig, ich begreife nicht...“
„Das iſt gräßlich, Herr Pfarrer! Dieſes Mäd⸗ chen und ihr Vater ſahen unſern Angriff vorher; ſie ließen ſich geleiten und vertheidigen. Mein Freund wurde bei dem Kampfe ſo ſchwer verwundet, daß er in Folge hievon ſtarb, und ich trage die Schuld dieſes Todes, da er ſich auf meinen Antrieb in die Sache eingelaſſen hat... Ja, ich bin der Mörder,


