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„Ich habe mich auch an Sie gewandt.“
„Seien Sie willkommen, mein Sohn.“ her
„Sie wollen mich alſo Beichte hören!“ ner
„Ja,“ antwortete der würdige Pfarrer.
Und er ſtand auf, um in die Kirche zu gehen.
Doch es war ſo mild, ſo warm, ſo ſchön, daß Eir es Sünde geweſen wäre, dieſe gute Luft und dieſe hat reizenden Schatten zu verlaſſen. Der Garten ſandte ken in der That ſeine Wohlgerüche und ſeine Kühle hin⸗ zu; der Raſenſitz des Pfarrers hatte die behagliche Sie Geſchmeidigkeit angenommen, welche eine Gefälli und keit der lebloſen Dinge gegen die Bedürfniſſe des ren
Leibes zu ſein ſcheint. Set
Der Pfarrer, der ſchon halb aufgeſtanden war, ſank, einen Seufzer ausſtoßend, wieder auf ſeine Bank zurück und ſprach dann:
„Ich habe ſagen hören, Gott liebe die in ſeinem Angeſichte, das heißt in freier Luft, unter freiem Himmel, vor ſeiner Natur gemachten Offenbarungen, und die Geheimniſſe des Menſchen kommen ihm beſſer Sch durch die Wolken zu, als durch die ſteinernen Mauern den einer Kathedrale.“
„Das iſt auch meine Anſicht,“ murmelte demi⸗ ein thig der Sünder.
„Nun wohl,“ fuhr der Pfarrer ſehr zufrieden fort,„es widerſtrebt Ihnen alſo nicht, mir ins Ohr, hier, fern von allen Zeugen, zu erzählen, was Sie„we mir im Beichtſtuhle erzählt hätten? Ihre Wunde iſt ſchmerzlich, reizen wir ſie nicht durch die Verrückung.“ im
„Gern,“ erwiederte der Mann, der ſich trefflich tois. mit dem Vorſchlage des Pfarrers zu vertragen ſchien;
„muß ich niederknien, mein Vater?“ rer


