Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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„Warum gerade binnen einem Monat?“ fragte Ingénue, welche abermals Rötif bei einer Blöße be⸗ rührte:„warum, wenn er zu kommen aufhört, wird es für vierzehn Tage oder für einen Monat ſein, und nicht für immer?“

„Ich ſage,“ antwortete Rötif gleichſam aus dem Sattel gehoben,„ich ſage einen Monat, wie ich ſagen würde ſechs Monate, wie ich ſagen würde ein Jahr, wie ich ſagen würde immer... Weiß ich es?“

„Dann weiß ich mehr als Sie, mein Vater.“

„Du?“

ich.

„Und Du ſagſt?“

„Ich ſage, wenn er binnen einem Monat nicht wiederkommt, ſo wird er nie wiederkommen.“

„Gewiß.“

„Ich füge aber noch bei: kommt er bis morgen nicht wieder, ſo wird er binnen einem Monat nicht widerkommen.“

„Sehr gut, Liebe! ſehr gut!“ rief Rétif entzückt, Ingénue ſeinem Sinne beipflichten zu ſehen.

Dann ſagte er leiſe zu ſich ſelbſt:

„Wie viel Dinge wird es binnen einem Monat nicht geben, welche entweder Chriſtian bei Ingénue, oder Ingénue bei Chriſtian in Vergeſſenheit bringen werden!“

Dieſer würdige Schriftſteller, der große Homer der Liebeshelden, rechnete ohne die Jugend, welche

das Glück beherrſcht, und ohne das Glück, das faſt

immer die Jugend begünſtigt. Da Ingénue ſicher war, ſie werde von nahe oder von fern Chriſtian am Abend oder am ondern