Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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„Geſtehe doch! denn, wahrhaftig, Du machſt mir bange mit Deiner Zähigkeit: Du haſt das Anſehen einer gemüthloſen Frau.“

„Oh!“ ſagte ſie lächelnd.

„Antworte.“

„Nun, ich geſtehe, daß es mich, wenn Herr Chriſtian nicht wiederkommt, ſehr in Erſtaunen ſetzen wird.“

„Ah! ah! das wird Dich nur in Erſtaunen ſetzen? Du biſt äußerſt gut!“

„Das wird mir auch Argwohn über ihn erregen.“

„Den Argwohn, er ſei vom Prinzen abgeſandt worden, wie Herr Auger.“

„Nein, nie.“

„Welchen Argwohn denn?“

„Den, Sie haben ihn entmuthigt, Sie haben ihm Angſt gemacht, Sie haben ihn verhindert, mich zu lieben, wie er es wollte.“

„Wie wollte er es?“

„Was weiß ich? vielleicht ohne mich zu heirathen.“

„Ah!“ rief Rétif ganz freudig,„ich finde meine Tochter wieder... Nun wohl, ich mache eine Wette mit Dir willſt Du?“

„Mein Vater,“ ſprach Ingénue mit einem ſicht⸗ baren Leiden,„ich bitte, lachen Sie nicht ſo; Sie thun mir weh!“

Rötif hörte jedoch nicht, oder wollte nicht hören. Er fuhr fort:

„Ich wette, daß binnen vierzehn Tagen...

nein, vierzehn Tage, das iſt nicht genug... ich

wette, daß binnen einem Monat Herr Chriſtian nicht

wiedererſcheinen wird.“