Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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Herr Chriſtian, bei Gott!

Herr Chriſtian wird nicht wiederkommen? fragte Ingénue mit Bangigkeit.

Nein.

Warum nicht?

Weil er wüthend iſt, daß er geſcheitert. Nie verzeiht ein Verführer ſeine Niederlage.

Da Sie mir aber ſagen, er komme für einen Andern, und nicht um ſeinetwillen...

Ein Grund mehr, und da Herr Auger gekom⸗ men iſt, ſo hat Chriſtian verzichtet.

Die Niedergeſchlagenheit, die ſich bei dieſer Be⸗ hauptung in den Zügen von Ingénue offenbarte, beunruhigte Rötif.

Höre, mein Kind, ſagte er,nicht wahr, Du biſt ſtolz?

Oh! ja.

Du kannſt nicht zugeben, daß Dich ein Mann verachtet?

Nein, gewiß nicht.

Nun wohl, es verachtet Dich derjenige, welcher kam, um Dich für einen Andern zu erhandeln.

Herr Auger?

Nein, der Page... Ich weiß, bei Gott! wohl, daß Du Herrn Auger nicht liebſt.

Ingénue ſchüttelte den Kopf.

Herr Chriſtian hat nie um mich gehandelt, ſagte ſie.

Was läßt Dich das glauben?

Er hat mir nie geſagt, er komme im Auftrage einer andern Perſon.