53
„Das iſt unmöglich, denn in dieſem Falle würde er nicht im Dienſte Seiner Königlichen Hoheit bleiben.“
„Ah!“ ſagte das Mädchen,„übertreiben Sie nicht, mein Vater?“
„Und überdies kommt mir ein Gedanke,“ rief plötzlich Rétif mit der Energie, die er aus ſeinem Triumphe ſchöpfte:„wer weiß, ob dieſer Burſche nicht ſogar in derſelben Abſicht wie der Andere zu Dir kam?“
„Welcher Andere, mein Vater?“
„Ei! dieſer Auger... Ganz zuverläßig, bei Gott! das iſt klar wie der Tag, Herr Chriſtian iſt ein Emiſſär deſſelben Prinzen; das iſt die Verket⸗ tung dieſer Intrigue. Der Graf von Artvis hat ſeinen Pagen zu Dir geſchickt; der Page iſt unter F angehalten worden, er hat Dir Auger ge⸗
ickt.“
Rétif hatte die Worte: Unter Weges ange⸗ halten, mit einer ſo ſeltſam freudigen Betonung ausgeſprochen, daß Ingénue lebhaft den Kopf auf⸗ richtete.
Sie hatte einen unbeſtimmten Verdacht geſchöpft, nicht hinſichtlich des Unglücks, das Chriſtian wider⸗ fahren war, ſondern hinſichtlich irgend eines Hinder⸗ niſſes, das ihr Vater zwiſchen ihr und ihm erhoben.
„Wie, angehalten?“ fragte ſie.„Was wollen Sie damit ſagen?“
Rétif ſah ein, welche Unklugheit er begangen, und er erröthete.
„Ei! allerdings,“ antwortete er,„wurde er nicht von mir angehalten, als ich ihn überführte, er ſei kein Arbeiter?“


