Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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Das iſt wahr; doch ich wähle, um ſie Dir vor⸗ zuleſen, die beſten Stellen aus.

Die beſten Stellen? fragte Ingénue.

Das heißt die unſchuldigſten, erwiederte Rötif. Die Liebe iſt alſo nicht unſchuldig? bemerkte Ingénue mit einer Anmuth, welche nichts Affectirtes hatte.

Reizend! reizend! rief Rétif.Warte, daß ich das aufſchreibe: das iſt zugleich das Seitenſtück und die Milderung vom Andern.

Und er nahm ein Blättchen Papier und ſchrieb darauf den Satz von Ingénue, der ſich in ſeiner weiten Taſche Hunderten von Notizen derſelben Art beigeſellte, welche Rötif hier je nach ſeinem Bedürf⸗ niß holte.

Ingénue war mittlerweile nachdenkend geblieben.

Du haſt geſagt:Vor Allem, mein Vater fuhr Rétif fort:es gibt alſo ein ſodann?

Ich verſtehe nicht recht.

Damit will ich ſagen, Du habeſt anderswo als in meinen Büchern das Daſein der Liebe ge⸗ lernt?

Ingénue lächelte, ſchwieg aber.

Sprich, ſagte Rétif,wo und wie haſt Du

bemerkt, Du liebeſt?

Ich wußte nicht, daß ich liebe, mein Vater, als ich jedoch Einen ſah, den ich nicht liebte, da er⸗ rieth ich ſogleich, mein Herz gehöre einem Andern.

Einen ſchönen jungen Mann. Von welchem Alter?

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nir! Du haſt Einen geſehen, den Du nicht liebteſt?