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Eine Folge hievon war, daß allmälig Rötif de la Bretonne ſeine Arbeit hemmte; er preßte die Lippen zuſammen, geſticulirte mit dem rechten Arme, machte von Zeit zu Zeit:„Hml hm!“ und beſchloß, in Erfahrung zu bringen, woran er ſich ſowohl hin⸗ ſichtlich der Liebe von Ingénue, als hinſichtlich des welcher der Gegenſtand derſelben, zu halten
abe.
Er begab ſich alſo wieder zu ſeiner Tochter, welche ganz nachdenkend beim Fenſter ſaß und die ſilbernen Strahlen einer Waldrebe entblätterte, deren Stängel vor dem Fenſter in den erſten Lüften des Herbſtes zitterte.
Rétif rückte einen Stuhl hinzu und ſetzte ſich zu Ingénue; er hatte zu der Unterredung, die er mit ihr beginnen ſollte, alle Hülfsquellen ſeiner Diplo⸗ matie in Bereitſchaft geſetzt.
„Meine Liebe,“ ſprach er zu ihr,— ſo nannte Rétif ſeine Tochter,—„Du weißt alſo, was lieben iſt, da Du mir ſo eben geſagt haſt, Du liebeſt Einen?“
Ingénue ſchlug ihre großen blauen Augen zum Romanendichter auf und antwortete ſodann mit einem Lächeln:
„Ich glaube, ja, mein Vater.“
„Und woher weißt Du das? wer kann es Dich gelehrt haben?“
„Vor Allem, mein Vater, vergeſſen Sie, daß e mir ſehr oft Stellen aus Ihren Büchern vor⸗ eſen.“
„Nun?“
„In Ihren Büchern findet ſich immer Liebe.“


