Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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lachenden Kinde,was gibt Dir denn ſo viel Ver⸗ trauen? Mit welchem Talisman hoffſt Du zugleich gegen die Bosheit, gegen das Laſter, gegen die Macht und gegen das Mißgeſchick zu kämpfen? mit welchen Kräften wirſt Du die Liebe dieſes Prinzen zurück⸗ ſchlagen? ſprich!

Mit zwei Worten, mein Vater.

Und dieſe ſind?

Ich liebe Einen.

Gut! dann ſind mir die Stärkeren! rief Rétif de la Bretonne. Und er öffnete ſeine Hand, welche immer noch voll Druckſchrift war, und beeilte ſich, ganz freudig, dieſe Phraſe und dieſes Factum in den Roman ſeines Lehens zu ſetzen.

XXVI. Die Treuherzigkeit von Ingénue.

Während Rétif die Phraſe ſeiner Tochter, bald

in Cicero, bald in Garmond, bald in Borgis, wie

ſich gerade die Charaktere unter ſeinen Fingern boten, ſetzte, ſann er über die Phraſe nach.

Dieſes Nachſinnen, dem ſich der Romanendichter überließ, beruhigte ihn ungemein über den thätigen Antheil, den Ingénue an den Projecten von Auger nehmen könnte, zu gleicher Zeit aber beunruhigte es ihn ſehr über den Herzenszuſtand des Mädchens.

Einem Mädchen, das im Stande, ſo offenherzig zu ſagen:Ich liebe Einen, konnte es nicht an einer gewiſſen Entſchloſſenheit fehlen, mit der jeder Familienvater eine gewiſſe Conſequenz verknüpft.

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