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welche man die Ironie nennt; bedenken Sie übrigens, mein lieber Herr Rétif, ich komme gutmüthig, um Sie um Ihre Einwilligung bei einer Sache zu bitten, während ich mich ſtreng genommen dieſer Bitte voll⸗ kommen überheben kann.“
„Was ſagen Sie?“
„Ei allerdings, ich ſage Ihnen, ich komme von Seiten eines Prinzen, das heißt eines allmächtigen Mannes; mein Prinz braucht Ihnen nur Ihre Toch⸗ ter zu nehmen, und Sie werden ſehen, ob Ihre Erlaubniß hiezu nöthig iſt.“
Bei dieſen unklugen, unvorſichtig hingeſchleuder⸗ ten Worten riß Rétif ſeine Sammetmütze von ſeinem Kopfe, trat ſie in einem Parorysmus des Zornes mit Füßen und rief:
„Mir meine Tochter nehmen! Man komme nur!
Ah! die ſchönen vornehmen Herren, die Prinzen, die
Unterdrücker, die Tyrannen!“
„La, la, la, mein lieber Herr Rétif,“ erwiederte Auger mit ſpöttiſcher Miene,„Sie gerathen in die Gemeinplätze; Alles das iſt von Juvenal bis Jean⸗ Jaques Rouſſeau, von Tacitus bis Didenot einige hundert Male geſagt und geſchrieben worden. Neh⸗
men Sie ſich in Acht, mein lieber Herr Rétif, ſeien
Sie auf Ihrer Hut.“
„Ich werde die Nachbarn aufwiegeln!“ rief Rétif.
„Wir werden Sie als Störer des öffentlichen Friedens verhaften laſſen.“
„Ich ſchreibe gegen den Prinzen.“
„Wir führen Sie in die Baſtille.“


