Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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und mit geſenktem Kopfe, nachdem er die Hausthüre wieder geſchloſſen, den jungen Mann weggehen.

Alle Bewegungen von Chriſtian offenbarten die heftigſte Verzweiflung.

Einen Augenblick kam Rétif die Idee, wenn er ſich getäuſcht hätte, und wenn der junge Mann, deſſen Verbindung er ausgeſchlagen, wirklich ein Arbeiter wäre; aber er dachte noch einmal an die elegante Sprache, an die weißen Hände, an den ſeiner ganzen Perſon entſtrömenden ariſtokratiſchen Wohlgeruch. Ein ſolcher Liebhaber konnte kein Ciſeleur ſein, wenn es nicht etwa ein Ciſeleur war wie der Ascanio von Benvenuto Cellini; das war vielmehr ein Edelmann.

In jedem Falle liebte dieſer Edelmann Ingénue ſichtbar dergeſtalt, daß er ſie durch einen gewaltſamen Verſuch in ſeinen Beſitz zu bekommen trachten oder ſein Leben durch einen Streich der Verzweiflung opfern würde.

Welche Vorwürfe hätte er ſich zu machen, wenn die Dinge dahin kämen! abgeſehen von den Ge⸗ fahren, die er, ſicherlich der Rache einer Familie in Trauer ausgeſetzt, lief. Welche Gewiſſensbiſſe für ein empfindſames Herz, für eine philanthropiſche Seele, für einen Freund von Herrn Mercier, das empfindſamſte Herz und die philanthropiſchſte Seele,

die es ſeit Jean Jacques Rouſſeau gegeben!

Was würde man ſagen, denken von einem Ro⸗ manendichter, welcher fähig eines ſolchen Mißbrauchs der väterlichen Gewalt?.

Röétif wollte wenigſtens ins Reine kommen hin⸗ ſichtlich der Idee, Chriſtian könnte ein Arbeiter ſein,