Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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ich kenne die Schliche; ich bin eben daran, ein Buch zu ſchreiben, das mein großes Werk ſein wird und den Titel hat: Das menſchliche Herz enthüllt.

Sie kennen das meinige nicht, mein Herr, das glaube ich Ihnen verſichern zu dürfen!

Wer ſagt das menſchliche Herz, ſagt alle Herzen.

Ich betheure...

Betheuern Sie nicht, es wäre unnütz... Sie haben Alles gehört, was ich Ihnen geſagt habe?

Ja, gewiß; doch laſſen Sie mich nun auch reden.

Wozu?

Es geziemt ſich nicht für einen billigen Mann, ſich zum Richter und zur Partei in ſeiner eigenen Sache zu machen! es geziemt ſich nicht für einen Romanen⸗ dichter, der die Gefühle ſo gut malt, keinem Gefühle Gehör zu geben! laſſen Sie mich ſprechen.

Sprechen Sie, da Sie durchaus darauf dringen.

Mein Herr, wenn Ihre Tochter einige Neigung für mich hat, wollen Sie ſie unglücklich machen? Ich ſage nichts von mir... indeſſen bin ich vielleicht wohl werth, daß man von mir ſpricht.

Ah! ja, rief Rétif über dieſes Wort herfallend, ein Vorwand, auf den er wartete;ah! ja, Sie ſind werth... Sie ſind werth... doch Gott weiß, ob es nicht vielleicht gerade das iſt, was ich Ihnen vor⸗ werfe! Sagen wir es, Sie ſind zu viel werth.

Ich beſchwöre Sie, keine Jronie.

Ei! ich bin nicht ironiſch, mein lieber Herr. Sie kennen meine Bedingungen, mein Ultimatum, wie man in der Politik ſagt.

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