Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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Geſtehen Sie, ſagte er zu dem jungen Manne, geſtehen Sie, daß Sie, wie alle junge Leute, hier⸗ her gekommen ſind, um ſich von meiner Tochter In⸗ génue lieben zu machen, und daß Sie keinen andern Zweck haben. 4

Sie täuſchen ſich, mein Herr, da ich Ihre Ma⸗ demoiſelle Tochter zu heirathen begehre.

Geſtehen Sie wenigſtens, daß Sie ſich von ihr geliebt wiſſen.

Muß ich offenherzig ſein?

Da es kein anderes Mittel gibt, ſeien Sie es.

Nun wohl, ich hoffe, daß Mademoiſelle In⸗ gönue keine Abneigung gegen mich hegt.

Sie haben es an gewiſſen Merkmalen geſehen?

Mir ſcheint, ich habe es bemerkt.

Bei Eurem Zuſammentreffen?

Ja, mein Herr, und das hat mich ſo kühn ge⸗ macht, fuhr der junge Mann fort, bethört durch die falſche Gutmüthigkeit des Romanendichters.

Ich ſehe alſo, rief dieſer plötzlich aufſtehend, ich ſehe, daß Sie ſchon Ihre Maßregeln getroffen hatten; daß Sie geſchickt gegen die arme Ingénue Ihre Verführungsmittel und Ihre Fallen angewen⸗ det hatten!

Mein Herr!

Ich ſehe, daß Sie ſich ihr, dieſe Wohnung im Hauſe miethend, genähert und heute Abend, da Sie mich abweſend, vielleicht todt glaubten, bei ihr ein⸗ geſchlichen Fuen⸗

Mein Herr! mein Herr! Sie beurtheilen mich unwürdig!

Ach! mein Herr, ich bin ein erfahrener Mann;