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„Was denken Sie hievon?“ fragte er nach dieſer ede.
„Alles, was Sie mir da ſagen, mein Herr,“ er⸗ wiederte der junge Mann,„iſt ein vollkommen ver⸗ nünftiges Raiſonnement; doch mir ſcheint, Sie drehen das Vorurtheil auf eine ſehr willkürliche und ſehr tyranniſche Art um.“
„Wie ſo?“
„Ja, die Philoſophie zertritt den Raceadel; doch
ich glaube, daß die Philoſophen, während ſie mit
aller Erbitterung das Princip vernichten, im Grunde
die guten Ausnahmen noch reſpectiren.“
„Sicherlich!... Doch worauf zielen Sie ab?“
„Auf nichts, mein Herr, auf nichts,“ antwortete lebhaft Chriſtian.
„Sie vertheidigen aber gegen mich den Adel, Sie, ein Ciſeleur?“
„Gerade wie Sie ihn gegen mich, einen Ciſeleur, angreifen, Sie, der Abkömmling von Kaiſer Per⸗ tinax.“
Röétif blieb geſchlagen, war aber nicht ſehr zu⸗ frieden.
„Sie haben Geiſt, mein Herr,“ ſagte er.
„Ich habe gerade genug, um Sie zu verſtehen, mein Herr, und das iſt Alles, wonach ich trachte,“ antwortete Chriſtian.
Rötif lächelte.
Chriſtian hatte ſich durch dieſe artige Antwort mit ſeinem zukünftigen Schwiegervater ausgeſöhnt.
Doch das war nicht die Rechnung von Rétif: er war, was ſein Name im Franzöſiſchen bedeutet, was pertinax im Lateiniſchen bedeutet: ſtarrſinnig.


