Teil eines Werkes 
6.-10. Bdchn (1855)
Entstehung
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Ich möchte gern Mademviſelle Ingénue heira⸗ then, wenn ſie mich lieben wollte.

Sie heißen?

Chriſtian.

Chriſtian! das iſt kein Name.

Es iſt der meinige.

Das iſt ein fremder Name.

Ich bin in der That fremd, oder ich bin viel⸗ mehr von fremden Eltern geboren: meine Mutter iſt eine Polin.

Und Sie ſind Arbeiter?

Ja, mein Herr.

Ciſeleur?

Ich habe die Ehre gehabt, Ihnen dies ſchon zu ſagen, erwiederte Chriſtian erſtaunt und ſogar beunruhigt durch die Beharrlichkeit, mit der ihn Ré⸗ tif befragte.

Ingénue, ſprach Rétif,bleibe hier, daß ich dem Herrn das Innere der Familie zeige, in welche einzutreten er die Ehre zu haben begehrt.

Ingénue ſetzte ſich an den Tiſch, Chriſtian folgte

Rötif.

Sie ſehen hier mein Arbeitscabinet, ſagte der Romanendichter, indem er Chriſtian in ein anſtoßen⸗ des, armſelig mit Portraits und Kupferſtichen aus⸗ tapezirtes Zimmer einführte;hier ſind die Portraits von allen denjenigen, welche mich erzeugt haben, hier

die Bilder von allen denen, welchen ich das Leben gegeben habe. Dieſe Paſtelle ſtellen meinen Vater, meine Mutter, meinen Großvater, meine Großmutter vor; dieſe Stiche ſind die Gegenſtände der intereſſan⸗ teſten Scenen meiner Romane. Die Erſten waren