XXIII. Ghriſtian.
Ingénue kehrte um ſo ſchneller in ihre Wohnung zurück, als ſie eine Sache fürchtete und eine andere hoffte: fürchtete ſie einen jungen Mann auf der Straße, ſo hoffte ſie einen andern im Hauſe.
Darum hatte ſie ſo bald heimzukehren gewünſcht; darum hatte ſie ſo ſehr an den Ecken der Straßen geſchaut, während Rétif vergebens für ſie ſeine reinſte Moral, abgefaßt in Worten, welche elegant genug, um Eindruck zu verdienen, verſchwendete; deshalb endlich, ſtatt empfänglich, wie ſie es vielleicht ge⸗ weſen wäre, für die Hingebung des Unbekannten zu ſein, der ſie dem Volksgedränge auf der Place Dauphine entriſſen, deshalb beſchränkte ſie ſich dar⸗ auf, daß ſie ihm auf eine Weiſe dankte, die ihm Verdacht einflößte.
Die große Tugend der Mädchen gleicht der Rein⸗ heit der wiederſtrahlenden Seen: ihre Durchſichtig⸗ keit entſpricht dem Verhältniß der Reinheit des Fir⸗ maments.
Derjenige, welchen Auger Monſeigneur genannt hatte, ſchien alſo kein vermeſſenes Urtheil gefällt zu haben.
Dumas, Ingönue. II. 1


