205
Ja 7 „ 2
„So komm ſchnell, Lanoue.“
„Da bin ich ſchon, gnädiges Fräulein. Laßt mich nur zuvor die Kerzen auslöſchen.“
„In Wahrheit,“ rief das junge Mädchen,„man ſollte glauben, ein böſer Geiſt ſei gegen uns ent⸗ feſſelt.“
„Oh, im Gegentheil,“ ſagte Lanoue, indem ſie die letzte Kerze ausblies.
„Wie ſo, im Gegentheil?“ fragte Fräulein von St. André vom Gange her.
„Allerdings; dieſer Unfall wird Euch Eure Frei⸗ heit ſchenken.“
Und ſie eilte dem Fräulein nach.
Die Tritte der beiden Weggehenden verhallten bald in den Tiefen des Ganges.
„Alſo morgen,“ ſagte ſeinerſeits der Prinz, der aus ſeinem Verſteck hervorkam und das Geländer wieder überſtieg, ohne über den Namen ſeines Ne⸗ benbuhlers klüger geworden zu ſein, als er geſtern war.„Morgen, übermorgen, alle Tage, wenn es ſein muß; aber bei der Seele meines Vaters, ich werde bis zum Aeußerſten ſchreiten.“
Und er verließ gleichfalls den Saal der Ver⸗ wandlungen, ſchlug im Corridor die entgegengeſetzte Richtung von Fräulein von St. André und Lanoue ein, ſchritt durch den Hof und erreichte die Straßen⸗ thüre, ohne daß inmitten der Verwirrung, welche die beiden obenerwähnten Vorfälle im Louvre her⸗ vorgerufen hatten, Jemand daran dachte, wohin oder woher zu fragen.


