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trügt mich und treibt ihr Spiel mit mir, ich werde ſie betrügen und mich über ſie luſtig machen.
Ein Lovelace hätte geſagt: Ich werde ſie verachten, ich werde ſie wegen ihrer Liebe als einer Schänvlich⸗ keit beſchämen.
Ich werde ſie einſchüchtern, ich werde ſie ent⸗ ehren, ich werde machen, daß ſie die Pfade der Rendez⸗ vous dornig findet.
Pirvu, dieſe gute Seele, dieſe ſchöne Seele, glühend durch den Wein und das Glück, ſagte ſich, er werde Catherine ſo beſchämen, daß ſie einen Jungen wie ihn nicht liebe, daß er ſich eines Tags geſtehen werde, er habe andere Ideen gehabt.
Und dann, müſſen wir es ſagen? die keuſchen An⸗ ſichten von Piton konnten es nicht zulaſſen, die keuſche, die ſtolze, die ſchöne Catherine ſei etwas Anderes für Herrn Iſidor, als eine Coquette, welche den Spitzen⸗ jabots und den ledernen Beinkleidern in beſpornten Stiefeln zulächle.
Welchen Kummer konnte es aber dem trunkenen Pitou machen, daß ſich Catherine in ein Jabot und in einen Sporn verliebt hatte?
An einem ſchönen Tag würde Herr Iſidor nach der Stadt gehen, eine Gräfſin heirathen, Catherine nicht mehr anſchauen, und der Roman hätte ein Ende.
Alle dieſe eines Greiſes würdige Betrachtungen gab der Wein, der die Alten verjüngt, unſerem wackeren Commandanten der Nationalgarde von Haramont ein. Um nun Catherine wohl zu beweiſen, er ſei ein
Menſch von gutem Charakter, beſchloß er, eines um das andere die ſchlimmen Worte von dieſem Abend wieder zu verwiſchen.
Um dies zu thun, mußte er vor Allem Catherine wieder erwiſchen.
Die Stunden exiſtiren nicht für einen trunkenen Menſchen, der keine Uhr hat.
Pitou beſaß keine Uhr, und er hatte nicht zehn
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