Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 9.-12. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Piton als Redner.

Als er indeſſen Abends gegen zehn Uhr nach Villers⸗ Cotterets kam, nachdem er um ſechs Uhr Morgens abge⸗ gangen war und im Zwiſchenraume die ungeheure Wanderung, die wir zu beſchreiben verſucht, gemacht hatte, begriff Piton, ſo traurig er ſich fühlte, es wäre beſſer, im Gaſthoſe zum Dauphin in einem Bette, als unter'freiem Himmel am Fuße einer Buche oder einer Eiche des Waldes zu ſchlafen.

Denn in einem Hauſe in Haramont zu ſchlafen, wenn er dort um halb eilf Uhr Abends ankäme, daran war nicht zu denken; ſeit anderthalb Stunden waren alle Lichter ausgelöſcht und alle Thüren geſchloſſen.

Piton kehrte alſo im Gaſthauſe zum Dauphin ein, wo er für dreißig Sous ein vortreffliches Bett, einen vierpfündigen Laib Brod, ein Stück Käſe und einen Krug Aepfelmoſt bekam.

Piton war zugleich abgemattet und verliebt, lahm und in Verzweiflung; daraus erfolgte zwiſchen dem Phyſiſchen und Moraliſchen ein Kampf, in wel⸗ chem das Moraliſche, Anfangs ſiegend, am Ende unterlag.

Das heißt von eilf Uhr bis zwei Uhr Morgens

ſeufzte, ſtöhnte Pitou, drehte er ſich im Beite um, ohne

ſchlafen zu können; um zwei Uhr aber ſchloß er, durch die Müdigkeit beſiegt, die Augen, um ſie erſt um ſieben

Uhr wieder zu öffnen. Wie um halb eilf Uhr Abends alle Welt in Hara⸗

mont im Bette liegt, ſo iſt um ſieben Uhr Morgens

alle Welt in Villers⸗Cotterets aufgeſtanden. Als Pitou das Gaſthaus zum Dauphin verließ,

bemerkte er daher, daß ſein Helm und ſein Säbel aber⸗

mals die öffentliche Aufmerkſamkeit erregten.