Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 9.-12. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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169 wie es der Peſtkranke im Vordergrunde des Gemäldes von Gros thut, das Bonaparte, die Peſtkranken von Jaffa beſuchend, vorſtellt.

Als Piton wieder zu ſich kam, hatten die jungen Leute ihre Pferde in Schritt geſetzt und entſernten ſich langfam.

Die letzten Worte, welche Piton hörte, waren:

Ja, Sie haben Recht, Herr Iſidor, laſſen Sie uns eine Stunde beiſammen bleiben; ich werde dieſe Stunde auf den Beinen meines Pferdes wieder einholen und, fügte ſie lachend bei,es iſt ein gutes Thier, das nichts ſagen wird.

Dies war Alles, die Viſton erloſch, die Dunkelheit trat in der Seele von Pitou ein, wie ſie in der Natur eintrat, und der arme Junge wälzte ſich im Graſe und überließ ſich den naiven Zuckungen ſeines Schmerzes.

Die Kühle der Nacht brachte ihn wieder zu ſich.

Ich werde nicht nach dem Pachthofe zurücktehren, ſagte er;ich würde dort gedemüthigt, ſchmählich be⸗ handelt; ich würde das Brod einer Fran eſſen, welche einen andern Mann liebt, und zwar, ich muß es ge⸗ ſtehen, einen Mann, der viel ſchöner, reicher und ele⸗ ganter iſt, als ich. Nein, mein Platz iſt nicht in Piſ⸗ ſeleur, ſondern in Haramont, in meiner Heimath, wo ich vielleicht Leute finden werde, welche nicht bemerken, daß ich Kniee gemacht wie Serviettenknoten habe.

Nachdem er ſo geſprochen, rieb ſich Piton ſeine guten langen Beine und wanderte gen Haramont, wo⸗ hin ihm, ohne daß er es vermuthete, ſein Ruf und der ſeines Helmes und ſeines Säbels vorangegangen wa⸗ ren, und wo ſeiner, wenn nicht das Glück, doch wenig⸗ ſtens ruhmwürdige Geſchicke harrten.

Doch man weiß, es iſt nicht das Attribut der Menſchheit, vollkommen glücklich zu ſein.